Kontakt

Lohnt sich meine Geschäftsidee? Break-even berechnen

08. Feb 2025
Wie dieser Artikel entstanden ist

Hinter unseren Inhalten steht eine echte Redaktion aus Menschen. Bei Recherche und Erstellung setzen wir unterstützend KI-Werkzeuge ein. Jeder Artikel wird vor der Veröffentlichung von unserer Redaktion gelesen und überarbeitet.

Du hast eine Idee und brennst dafür. Aber trägt sie sich auch finanziell? Viele Mütter starten mit Leidenschaft und Bauchgefühl, überspringen aber den Schritt, der später Stress erspart: die rechnerische Prüfung der Geschäftsidee. Eine kreative Idee allein reicht nicht, dein Business muss auch wirtschaftlich tragen.

In 5 Schritten findest du heraus, ob sich deine Idee lohnt: Kosten sammeln, Mindestverkäufe berechnen, Markt prüfen, Preis testen und den Break-even bestimmen. Du brauchst dafür nur einen Taschenrechner und eine Stunde Zeit. Den Überblick über den ganzen Gründungsweg findest du im Guide Selbstständig machen als Mama.

Die wichtigsten Begriffe in einer Minute

  • Fixkosten: fallen jeden Monat an, egal wie viel du verkaufst.
  • Variable Kosten: entstehen pro Verkauf oder Auftrag.
  • Deckungsbeitrag: Preis minus variable Kosten. Das bleibt pro Verkauf übrig, um Fixkosten und Einkommen zu decken.
  • Break-even: der Punkt, ab dem du keine Verluste mehr machst.

Schritt 1: Erstelle eine einfache Kostenübersicht

Bevor du Umsätze planst, musst du deine Kosten kennen. Trenne drei Gruppen:

Fixkosten (monatlich, unabhängig vom Umsatz)

  • Büro, Coworking oder Raummiete (entfällt, wenn du von zu Hause arbeitest)
  • Versicherungen wie Berufshaftpflicht
  • Software-Abos, Website, Internet, Telefon (geschäftlicher Anteil)
  • Steuerberatung oder Buchhaltungssoftware

Variable Kosten (pro Verkauf oder Auftrag)

  • Material und Produktion
  • Verpackung und Versand
  • Werbekosten pro Kundin
  • Zahlungsgebühren (zum Beispiel PayPal oder Stripe)

Dein Wunscheinkommen (getrennt von den Betriebskosten)

Das ist der Betrag, den du aus dem Business für dich und deine Familie entnehmen willst. Rechne ihn getrennt von den Betriebskosten, sonst zählst du doppelt. Denke dabei an Kinderbetreuung, Lebenshaltung und Steuern und Vorsorge: Dein Gewinn ist nicht dein Netto. Mehr dazu in Finanzplanung Gründung als Mama. Prüfe außerdem, ob die Kleinunternehmerregelung für dich passt, denn sie wirkt sich auf deine Preise aus.

Schritt 2: Berechne, wie viel du verkaufen musst

Du willst alle Kosten decken und dein Wunscheinkommen erreichen. Die Formel:

(Fixkosten + Wunscheinkommen) ÷ Deckungsbeitrag pro Verkauf = nötige Verkäufe pro Monat

Beispiel (fiktiv): Du verkaufst ein Angebot für 100 €. Pro Verkauf entstehen 40 € variable Kosten (Material, Versand, Werbung), also bleiben 60 € Deckungsbeitrag. Deine Fixkosten liegen bei 600 € im Monat, dein Wunscheinkommen (vor Steuern) bei 2.000 €.

(600 € + 2.000 €) ÷ 60 € = rund 44 Verkäufe pro Monat (entspricht etwa 4.400 € Umsatz)

Jetzt der Mama-Check: Wie viel Zeit kostet ein Verkauf? Wenn jeder Auftrag 2 Stunden braucht, sind das rund 88 Stunden im Monat, also gut 20 Stunden pro Woche. Passt das zu deiner Betreuungszeit? Wenn nicht, hast du drei Stellschrauben: Kosten senken, Preis erhöhen oder ein Angebot wählen, das weniger Zeit pro Verkauf braucht. Ideen dazu findest du in Die besten Geschäftsmodell-Ideen, die auch mit Kind funktionieren.

Schritt 3: Analysiere Markt und Konkurrenz

Selbst wenn deine Zahlen stimmen, muss es Nachfrage geben. Frage dich:

  • Gibt es ähnliche Angebote, und zu welchem Preis?
  • Wie groß ist deine mögliche Zielgruppe?
  • Welchen Preis zahlen Kundinnen realistisch?
  • Welchen Mehrwert bietest du im Vergleich?

Nutze Google, Social Media, Foren und Branchenberichte. Noch aussagekräftiger sind echte Gespräche, Umfragen und Testverkäufe. Wie du das angehst, steht in Kundenverständnis: Was Kunden nicht sagen und Erstes Angebot entwickeln als Mama.

Schritt 4: Kalkuliere verschiedene Preismodelle

Viele Gründerinnen setzen ihre Preise zu niedrig an. Dein Preis muss nicht nur die Kosten decken, sondern dir ein nachhaltiges Einkommen ermöglichen. Drei gängige Strategien:

Strategie So funktioniert sie Beispiel
Kostenbasiert Kosten plus Gewinnaufschlag Herstellung 20 €, Verkauf 50 €
Wettbewerbsorientiert Preis orientiert sich am Markt Ähnliche Angebote kosten 70–90 €, du liegst bei 80 €
Wertbasiert Preis richtet sich nach dem Nutzen für die Kundin Ein Paket mit klarem Ergebnis, das die Kundin spürbar Zeit oder Geld spart

Wie sich Preis und Menge auswirken, zeigt diese Gegenüberstellung mit den Zahlen aus Schritt 2:

Szenario Preis Deckungsbeitrag Nötige Verkäufe für 2.600 €
Preis 80 € 80 € 40 € 65
Preis 100 € 100 € 60 € 44
Preis 120 € 120 € 80 € 33

Schon 20 € mehr Preis sparen dir 11 Verkäufe pro Monat, und damit Zeit. Teste verschiedene Preise und beobachte, was funktioniert. Eine Anleitung für Dienstleistungen steht in So ermittelst du den richtigen Stundensatz.

Schritt 5: Berechne deinen Break-even

Der Break-even gibt an, ab wann dein Unternehmen keinen Verlust mehr macht. Die Formel:

Fixkosten ÷ (Verkaufspreis − variable Kosten) = Verkäufe für den Break-even

Beispiel: 600 € ÷ (100 € − 40 €) = 10 Verkäufe pro Monat. Ab dem elften Verkauf verdienst du etwas. Bis zu deinem Wunscheinkommen sind es nach Schritt 2 etwa 44 Verkäufe. Der Break-even ist also nur die Untergrenze, nicht dein Ziel.

Deine Rechentabelle zum Ausfüllen

Position Deine Zahl
Fixkosten pro Monat  
Wunscheinkommen pro Monat (vor Steuern)  
Preis pro Verkauf  
Variable Kosten pro Verkauf  
Deckungsbeitrag (Preis minus variable Kosten)  
Break-even (Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag)  
Nötige Verkäufe für das Wunscheinkommen  
Zeit pro Verkauf in Stunden  
Nötige Arbeitsstunden pro Woche  

Fazit: Ohne Zahlen kein nachhaltiges Business

Wer sich nur auf das Bauchgefühl verlässt, wird von den Kosten überrascht. Wer rechnet, entscheidet besser: Kenne deine Kosten, berechne deine Mindestverkäufe, prüfe den Markt und plane mit dem Break-even. Rechne dabei immer deine Zeit mit, denn bei Müttern ist sie die knappste Ressource. Wenn die Zahlen passen, geht es weiter mit Businessplan als Mama und dem Business Model Canvas. Welche Investitionen wie Website und Branding sich wann lohnen, liest du in Warum eine gute Idee nicht automatisch profitabel ist. Offizielle Beratung und Förderinfos findest du im Existenzgründungsportal des BMWK und bei der IHK.

FAQ: Häufige Fragen zur Rentabilität

Wie finde ich heraus, ob sich meine Geschäftsidee lohnt?

Berechne deine Fixkosten, den Deckungsbeitrag pro Verkauf und deinen Break-even. Prüfe dann, ob die nötigen Verkäufe realistisch sind und zu deiner verfügbaren Zeit passen. Teste außerdem die Nachfrage mit echten Menschen.

Was ist der Unterschied zwischen Break-even und Wunscheinkommen?

Am Break-even deckst du deine Kosten, verdienst aber noch nichts für dich. Für dein Wunscheinkommen brauchst du mehr Verkäufe. Beides gehört in die Rechnung.

Was passiert, wenn die nötigen Verkäufe zu hoch sind?

Dann hast du drei Stellschrauben: Kosten senken, den Preis erhöhen oder das Angebot so ändern, dass pro Verkauf mehr hängen bleibt oder weniger Zeit nötig ist.

Wie finde ich heraus, ob Kundinnen meinen Preis zahlen?

Mit Umfragen, Gesprächen, Testverkäufen oder einem Beta-Angebot. Entscheidend ist, ob jemand bereit ist, wirklich zu bezahlen, nicht ob es gefällt.

Was mache ich, wenn die Konkurrenz günstiger ist?

Setze auf klare Zielgruppe, Qualität, Persönlichkeit und besseren Service statt auf den Preiskampf. Mehr dazu in Selbstmarketing als Mama.

Wie oft sollte ich meine Zahlen prüfen?

Mindestens einmal pro Quartal und immer, wenn sich Preise, Kosten oder Angebote ändern.

Muss ich Steuern in die Rechnung einbeziehen?

Ja. Dein Gewinn ist nicht dein Netto, denn davon gehen Steuern und Vorsorge ab. Lass dir von Steuerberatung oder Finanzamt sagen, wie viel du zurücklegen solltest. Ob du freiberuflich oder gewerblich bist, klärt dieser Leitfaden.

Kann ich mein Business skalieren, wenn die ersten Zahlen gut sind?

Ja. Überlege, ob du digitale Produkte, Abos oder höherpreisige Angebote entwickeln kannst. Ideen findest du in Passive Einnahmen aufbauen und Online-Kurse erstellen und vermarkten.

Anzeige