Dein Alltag ist die Realität, nicht das Hindernis
Wenn du Mutter bist und dich selbstständig machen willst, beginnt das häufig mit demselben inneren Konflikt:
„Wie soll ich mein Business aufbauen, wenn mein Tag bereits jetzt voll ist? Windeln, Kita, Haushalt, Essen, Termine, wo bleibt da Platz für mein Projekt?“
Das eigentliche Problem liegt jedoch selten in der fehlenden Zeit. Viel häufiger liegt es daran, dass Business-Planung und Familienalltag wie zwei konkurrierende Systeme nebeneinander existieren statt sich zu ergänzen.
Die Wahrheit ist: Du wirst nie eine perfekte, störungsfreie, planbare Woche haben.
Aber du kannst ein Geschäftsmodell entwickeln, das diese Realität berücksichtigt, statt dagegen anzukämpfen.
Die „Kids-first“-Planungsmethode ist kein weiteres Zeitmanagement-Tool, sondern ein Perspektivwechsel:
Du baust nicht dein Leben um dein Business herum: Du baust dein Business um dein Leben herum.
Warum die Kids-first-Planungsmethode so gut für Mütter funktioniert
1. Sie basiert auf deiner echten Lebensrealität
Viele klassische Produktivitätsmethoden gehen davon aus, dass du jeden Tag mehrere Stunden ungestört arbeiten kannst.
Klingt schön, ist aber für die meisten Mütter komplett unrealistisch.
Die Kids-first-Planung beginnt deshalb mit Fragen wie:
- Wann sind deine Kinder betreut?
- Wann bist du mental verfügbar?
- Wann brauchst du Pausen?
- Wann sind feste Familien-Bausteine, die unverschiebbar sind?
Erst danach wird geplant, was du geschäftlich erreichen willst und nicht umgekehrt.
2. Sie hilft dir beim Priorisieren
Wenn du weißt, wie wenig Zeit wirklich zur Verfügung steht, entsteht automatisch Fokus:
- Welche Aufgaben bringen Umsatz?
- Welche Aufgaben bringen Reichweite?
- Welche Aufgaben bringen Struktur?
Alles andere fällt weg und das ist gut so.
3. Sie schützt dich vor Überforderung
Mütter neigen oft dazu, „Business“ in die wenigen freien Momente zu quetschen und dann enttäuscht zu sein, wenn es nicht gelingt.
Die Kids-first-Methode stoppt dieses schlechte Gewissen, weil sie klare, realistische Erwartungshaltungen schafft.
Die Kids-first-Planungsmethode Schritt für Schritt
1. Analysiere deinen Familienalltag
Schreibe auf:
- Betreuungszeiten
- Schlafenszeiten
- Fahrzeiten
- regelmäßige Termine
- Meal Prep / Haushalt-Slots
- Zeiten, in denen du produktiv bist
- Zeiten, in denen du durchhängst
Das klingt banal, aber diese Transparenz ist entscheidend.
Viele Mütter unterschätzen:
- wie viel Energie Familienorganisation braucht
- wie wenige echte Fokusphasen möglich sind
- wie viel Produktivität tatsächlich in 90 konzentrierten Minuten steckt
2. Definiere deine realistischen Business-Zeitfenster
Oft entstehen drei Arten von Zeitblöcken:
- Fokus-Blöcke (60–120 Min) → Strategie, Angebote, Content
- Mini-Blöcke (10–30 Min) → E-Mails, Social Media, kurze Aufgaben
- Flex-Blöcke (variabel) → Kreativität, Kundenkommunikation, Administration
Wichtig:
Nicht jeder Block ist für jede Aufgabe geeignet.
3. Entwickle ein Geschäftsmodell, das in deine Zeitfenster passt
Ein Business, das nur funktioniert, wenn du jeden Tag fünf Stunden verfügbar bist, ist für die meisten Mütter nicht realistisch.
Viel stabiler sind:
- digitale Dienstleistungen mit klaren Prozessen
- Produkte, die einmal erstellt und mehrfach verkauft werden können
- 1:1-Angebote mit festen Zeitfenstern
- Micro-Products (Templates, Audits, Checklisten)
- asynchrone Zusammenarbeit mit Kund:innen
- Abonnements und Memberships
Die zentrale Frage lautet:
Welche Art von Business funktioniert in meinen Zeitblöcken ohne permanenten Stress?
4. Setze klare Wochenziele; maximal drei
3 Ziele pro Woche → erledigt
10 Ziele pro Woche → Frust
Viele Mütter überschätzen die Menge an Aufgaben, die in kleine Zeitfenster passt, und unterschätzen gleichzeitig, was durch Kontinuität möglich wird.
5. Baue Systeme, nicht To-do-Listen
To-do-Listen machen dich nur darauf aufmerksam, was du nicht geschafft hast.
Systeme hingegen entlasten dich dauerhaft.
Beispiele:
- automatisiertes Onboarding
- Social-Media-Templates
- E-Mail-Antwortvorlagen
- feste wiederkehrende Aufgaben
- Content-Plan in Notion oder Trello
- Automationen via Zapier
Je mehr Prozesse laufen, desto weniger Chaos entsteht.
Praxisbeispiel aus meinem eigenen Alltag
Als ich mein erstes Digitalprojekt startete, war mein Kind noch klein, schlief unregelmäßig und brauchte viel Nähe. Ich hatte ständig das Gefühl, „zu wenig“ zu schaffen. Erst als ich die Kids-first-Planungsmethode für mich entdeckt habe, wurde mir klar:
- Ich habe nicht „zu wenig Zeit“, ich habe ungematchte Erwartungen.
- Ich versuche, ein 40-Stunden-Business in 10 Stunden zu pressen.
- Ich arbeite gegen meinen Alltag, nicht mit ihm.
Ich begann damit:
- feste Fokusblöcke am Vormittag
- Mini-Blöcke zu nutzen, statt sie zu ignorieren
- klare Wochenziele zu formulieren
- mein Angebot so zu strukturieren, dass es asynchron funktioniert
Innerhalb weniger Wochen wurde ich produktiver, entspannter und mutiger.
Ich habe gelernt:
Ein gutes Business entsteht nicht durch mehr Zeit, sondern durch bessere Strukturen.
Der Mehrwert für dein Business: Warum Kids-first dir langfristig hilft
1. Nachhaltigkeit
Du baust ein Business, das dich nicht ausbrennt.
2. Klarheit
Du weißt genau, welche Aufgaben wann dran sind.
3. Wachstum
Fokus schafft Ergebnisse und Ergebnisse bringen Wachstum.
4. Motivation
Wenn du Erfolge siehst, selbst kleine, bleibst du dran.
Fazit: Dein Alltag ist kein Hindernis, er ist dein Fundament
Als Mutter hast du keinen linear planbaren Tag, aber du hast Strukturpotenzial, Effizienz durch Fokus und eine natürliche Fähigkeit zur Priorisierung.
Die Kids-first-Planungsmethode zeigt dir, wie du diese Stärken nutzt, um ein Business aufzubauen, das wirklich in dein Leben passt.
Du musst dein Familienleben nicht um dein Business drehen.
Dreh dein Business um dein Familienleben und es wird stabiler, gesünder und erfolgreicher.
FAQ
1. Funktioniert die Kids-first-Methode auch, wenn ich sehr unregelmäßige Tage habe?
Ja, denn sie basiert auf Flexibilität. Du planst nicht starr, sondern in Zeitblöcken, die sich je nach Tag verschieben können.
2. Wie viele Stunden pro Woche brauche ich mindestens?
5–10 Stunden reichen aus, solange du deine Ziele klar setzt und Systeme baust, die dich entlasten.
3. Was ist, wenn meine Kinder viel krank sind?
Baue Pufferzeiten ein und nutze Mini-Blöcke für Aufgaben, die auch mit wenig Energie machbar sind. Außerdem helfen Automationen dabei, Ausfälle abzufangen.
4. Brauche ich für diese Methode spezielles Equipment oder teure Tools?
Nein. Ein gutes digitales Notizbuch (Notion, Trello), ein Kalender und einfache Automations-Tools reichen aus.
5. Kann ich damit auch ein größeres Business skalieren?
Ja, gerade skalierbare Modelle wie digitale Produkte, Onlineprogramme oder Memberships profitieren massiv von klaren, stabilen Zeitstrukturen.
